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MedTech gehört in Deutschland zu den dynamischsten und innovationsstärksten Branchen. Die Unternehmen bewegen sich jedoch in einem anspruchsvollen Spannungsfeld: Während kontinuierlich neue Technologien und Produkte entwickelt werden, steigen die Kosten für Zertifizierungen, Bürokratie, Personal und Logistik. Gleichzeitig erhöht der wirtschaftliche Druck auf Kliniken die Anforderungen an effiziente Geschäftsprozesse.
Auch die Kundenbetreuung innerhalb der MedTech-Branche ist anspruchsvoll, etwa durch umfangreiche und erklärungsbedürftige Produktportfolios, lange Vertriebszyklen, große Buying Center und regulatorische Anforderungen. Dazu gehören beispielsweise Dokumentationspflichten, Datenschutz, Cybersecurity sowie Vorgaben aus zentralen EU-Regelwerken wie MDR und IVDR. Ein CRM-System kann MedTech-Unternehmen dabei unterstützen, diese Komplexität besser zu beherrschen: Es fungiert als zentrale Informationsbasis und schafft mehr Transparenz und Effizienz in Geschäftsprozessen. Gleichzeitig können Verantwortlichkeiten und Aktivitäten nachvollziehbar gesteuert werden.
In unserem Beitrag erfahren Sie, welche besonderen Anforderungen MedTech-Unternehmen an ein CRM-System stellen, welche Funktionen in Vertrieb und Service besonders wichtig sind, wie ausgewählte CRM-Lösungen im kompakten Vergleich einzuordnen sind und wie sich das passende CRM erfolgreich auswählen, integrieren und einführen lässt.
Die Themen im Überblick:
Für MedTech-Unternehmen ist es besonders wichtig, komplexe Vertriebs- und Serviceprozesse über lange Zeiträume hinweg zuverlässig zu steuern. Ein CRM-System schafft dafür eine gemeinsame Informationsbasis und unterstützt dabei, Abläufe effizienter, transparenter und stärker automatisiert zu gestalten.
Ein CRM-System für MedTech sollte mehr leisten als die reine Verwaltung von Kontakten und Verkaufschancen. Entscheidend ist, dass es zu den Strukturen und Prozessen des jeweiligen Unternehmens passt und komplexe Vertriebsabläufe, Serviceleistungen, installierte Geräte etc. abbilden kann. Dabei sollte es auch regulierte Prozesse zuverlässig unterstützen, ohne die tägliche Arbeit durch unnötige Komplexität zu erschweren. Ebenso wichtig ist eine gute Integrationsfähigkeit, damit das CRM mit bestehenden Systemen wie ERP, QMS oder Service-Tools zusammenarbeiten kann.
Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
Abbildung komplexer Kundenstrukturen
Klinikverbünde, Standorte, Fachabteilungen, Ansprechpartner und Rollen im Buying Center sollten miteinander verknüpft werden können
Vertriebs- & Ausschreibungsmanagement
Verkaufschancen, Vertriebsphasen, Angebote, Ausschreibungen, Aufgaben und Freigaben lassen sich zentral steuern
Installed-Base-Management
Nachvollziehbarkeit von eingesetzten Geräten/Produkten, inklusive Standort, Seriennummer, Vertrag, Wartung und Servicehistorie
Service- & Schulungsmanagement
Servicefälle, Zuständigkeiten, Eskalationen sowie Schulungsnachweise können strukturiert dokumentiert werden
Rollen, Rechte & Nachvollziehbarkeit
Zugriffsrechte, Freigaben und Änderungshistorien helfen dabei, sensible Informationen zu schützen und Prozesse nachvollziehbar zu gestalten
Reporting & Dashboards
Auswertungen zu Pipeline, Installed Base, offenen Servicefällen und weiteren Kennzahlen schaffen Transparenz für Vertrieb, Service und Management
Mobile- & Offline-Nutzung
Außendienst und Service sollten auch unterwegs auf Kunden-, Geräte- und Vorgangsdaten zugreifen und Einsätze direkt dokumentieren können
Partner- & Distributorenmanagement
Vertriebspartner, Händler und Distributoren lassen sich mit Zuständigkeiten, Gebieten, Aktivitäten und gemeinsamen Verkaufschancen zentral verwalten
Ein CRM unterstützt MedTech-Unternehmen dabei, kundenbezogene Prozesse nachvollziehbar, kontrolliert und datenschutzgerecht abzubilden. Änderungshistorien, Zeitstempel und Freigaben verbessern die Auditierbarkeit, während differenzierte Rollen- und Rechtekonzepte den Zugriff auf sensible Informationen gezielt steuern. Funktionen wie Lösch- und Sperrkonzepte, Zweckbindung sowie der sichere Zugang über SSO und MFA tragen zusätzlich zur Umsetzung von DSGVO- und Sicherheitsanforderungen bei. Diese Anforderungen sollten bereits bei der Auswahl und Konfiguration des CRM-Systems berücksichtigt werden.
Die Auswahl eines passenden CRM-Systems sollte nicht mit einem Produktvergleich beginnen, sondern mit den eigenen Prozessen und Zielen. MedTech-Unternehmen sollten zunächst klären, welche Abläufe verbessert werden sollen, welche Bereiche mit dem CRM arbeiten und welche Informationen künftig zentral verfügbar sein müssen.
Die Anforderungen sollten dabei aus konkreten Praxisszenarien abgeleitet werden, zum Beispiel:
Solche Szenarien zeigen deutlich besser als eine allgemeine Funktionsliste, ob ein System tatsächlich zum Arbeitsalltag des Unternehmens passt.
Die Anforderungen sollten danach in Muss-, Soll- und Kann-Kriterien gegliedert und entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet werden.
Im nächsten Schritt sollten die infrage kommenden CRM-Lösungen anhand der festgelegten Kriterien verglichen und mit den definierten Pflichtszenarien praktisch getestet werden. So lässt sich erkennen, wie gut die Systeme die relevanten Prozesse unterstützen und wo zusätzlicher Anpassungsbedarf entsteht.
Für einen nachvollziehbaren Vergleich kann beispielsweise eine Pugh-Matrix genutzt werden. Dabei werden die festgelegten Kriterien gewichtet, die einzelnen Systeme je Kriterium bewertet und die Ergebnisse zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Das erleichtert eine sachliche Entscheidung und macht Stärken und Schwächen der Lösungen transparent.
Passende CRM-Lösungen eingrenzen: Mit unserem Kriterienkatalog vergleichen Sie CRM-Lösungen strukturiert anhand relevanter Anforderungen und grenzen die Systeme ein, die am besten zu Ihrem MedTech-Unternehmen passen. Hier herunterladen.
Welche CRM-Lösung für ein MedTech-Unternehmen geeignet ist, hängt von den eigenen Prozessen, der bestehenden Systemlandschaft, der Unternehmensgröße, dem gewünschten Funktionsumfang sowie dem verfügbaren Einführungs- und Betriebsaufwand ab. Die folgenden Systeme bringen jeweils unterschiedliche Stärken mit und können – abhängig von den individuellen Anforderungen – gut für den Einsatz im MedTech-Umfeld geeignet sein:
Salesforce ist Marktführer für CRM-Cloudlösungen und grundsätzlich für Unternehmen aller Branchen und Größen geeignet. Die Plattform bietet eine große Funktionsbreite, hohe Skalierbarkeit und gilt als technologischer Vorreiter, insbesondere im Bereich KI. Besonders interessant ist sie für Unternehmen mit komplexen, internationalen Strukturen.
Die Cloud Suite Microsoft Dynamics 365 überzeugt vor allem durch ihre hohe Flexibilität, Modularität und leistungsfähige KI-Funktionen. Besonders interessant ist die Lösung für Unternehmen, die bereits stark auf Microsoft-Technologien setzen und CRM- und ERP-nahe Prozesse miteinander verbinden möchten.
Zoho CRM ist Teil einer umfangreichen Business-Suite und bietet ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Die Lösung kann für Unternehmen interessant sein, die einen breiten Funktionsumfang mit vergleichsweise überschaubarem Einführungsaufwand suchen.
Die CRM-Lösung des deutschen Softwareunternehmens CAS Software AG zeichnet sich durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit sowie mobile und offlinefähige Nutzungsmöglichkeiten aus. Sie ist sowohl als Cloud- als auch als On-Premises-Lösung verfügbar und ermöglicht eine DSGVO-konforme Datenhaltung in Deutschland. CAS genesisWorld eignet sich besonders für mittelständische MedTech-Hersteller.
SmartWe stammt ebenfalls aus dem Hause der CAS Software AG. Die cloudbasierte CRM-Lösung ermöglicht einen vergleichsweise einfachen und benutzerfreundlichen Einstieg. Sie ist vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen mit klar umrissenen Anforderungen interessant, die Wert auf eine schnelle Einführung und intuitive Bedienung legen.
Ein CRM wird im MedTech-Umfeld selten als isolierte Lösung eingeführt. Häufig verfolgen Unternehmen einen Best-of-Breed-Ansatz: Für unterschiedliche Aufgaben kommen spezialisierte Systeme zum Einsatz, etwa ein ERP für kaufmännische Prozesse, ein QMS für Qualitätsvorgänge, ein LIMS für Labordaten oder ein DMS für Dokumente. Das CRM übernimmt dabei vor allem die Steuerung kundenbezogener Informationen und Prozesse. Entscheidend ist, vorab klar festzulegen, welches System welche Daten führt und welche Informationen zwischen den Anwendungen ausgetauscht werden sollen.
Typische Beispiele für den Datenaustausch sind:
Für die technische Anbindung können individuelle Schnittstellen, standardisierte Konnektoren oder eine zentrale Integrationsplattform wie Syncler genutzt werden.
Wichtig für eine erfolgreiche Integration sind vor allem eine saubere Datenqualität, klar definierte Datenverantwortlichkeiten sowie ein zuverlässiges Monitoring der Schnittstellen. Die Integrationsanforderungen sollten deshalb bereits bei der CRM-Auswahl berücksichtigt werden – nicht erst während der technischen Umsetzung.
Eine erfolgreiche CRM-Einführung beginnt mit einer sauberen Projektplanung. Vertrieb, Service, IT und Qualitätsmanagement sollten dafür frühzeitig eingebunden werden, damit fachliche, technische und regulatorische Anforderungen aller relevanten Abteilungen von Anfang an berücksichtigt werden.
Die wichtigsten Schritte zur erfolgreichen CRM-Einführung:
CRM-Einführung strukturiert planen: Ausführliche Hinweise zur Planung und Umsetzung Ihres CRM-Projektes finden Sie in unserem kostenfreien Whitepaper „CRM-Einführung leicht gemacht“. Hier herunterladen.
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem die Unternehmensgröße, die Vertriebs- und Serviceprozesse, die bestehende Systemlandschaft, der Integrationsbedarf und die regulatorischen Anforderungen. Deshalb sollten CRM-Lösungen anhand eines individuellen Kriterienkatalogs und konkreter Praxisszenarien verglichen werden.
Ein CRM kann MDR-bezogene Prozesse unterstützen, indem es Aktivitäten, Zuständigkeiten, Freigaben und Änderungen nachvollziehbar dokumentiert. Es stellt jedoch nicht allein die MDR-Konformität eines Unternehmens sicher.
Die Kosten hängen von der CRM-Lösung, Nutzeranzahl, Funktionsumfang, Betriebsmodell, notwendigen Anpassungen, Schnittstellen, Datenmigration und Schulungen ab. Neben den Lizenzkosten sollten deshalb auch Implementierungs-, Integrations-, Betriebs- und Supportkosten berücksichtigt werden.
Beide Modelle können geeignet sein. Cloud-Lösungen bieten häufig einen geringeren technischen Betriebsaufwand und regelmäßige Updates. On-Premises-Lösungen ermöglichen mehr Kontrolle über Betrieb und Datenhaltung. Ausschlaggebend sind Sicherheitsanforderungen, Datenschutz, IT-Strategie, Integrationsbedarf und verfügbare Ressourcen.
Typische Schnittstellen bestehen zu ERP, QMS, LIMS, DMS, E-Mail- und Kalendersystemen, Serviceanwendungen, Marketing-Tools und BI-Lösungen. Wichtig ist, vorab festzulegen, welches System welche Daten führt und welche Informationen ausgetauscht werden sollen.
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