Vergleich Sage xRM (Modul der Sage 100) vs. Sage CRM

von Michael Noack, Geschäftsführer bei Sellmore

Im Frühjahr 2018 hat sich Sage entschieden, das Paket Bauknecht Softfolio CRM zu kaufen und in seine Produktlinie Sage 100 zu integrieren. Der Interessent hat nun die Auswahl, ob er zu seinem Sage 100 Paket das Modul xRM oder aber Sage CRM erwirbt.
Wir werden immer wieder nach den Vor- und Nachteilen der beiden Produkte gefragt und versuchen uns im Folgenden an einer Abgrenzung, die unsere individuelle CRM-Sicht auf die Produkte enthält*.  weiterlesen

Salesforce Schnittstelle für klassische Sage Produkte

Sage hat mit Sage Live ein heißes Eisen im Feuer, um das Thema ERP + CRM in der Cloud auf der Salesforce Plattform (und ohne Schnittstellen) zu lösen. Mehr dazu hier.

Aber was ist mit der „alten Welt“? Mit den klassischen deutschen Sage Produkten wie OfficeLine, Sage 100*, SNC (Classic Line), Sage 50 Quantum*, Wincarat, vielleicht auch Sage B7? Wie sieht es da mit der Integration in Salesforce aus?

Sellmore entwickelt heute für Sage die CRM/ERP Schnittstellen und setzt dafür das Integrationsprodukt SIS ein. Was liegt also näher, als dafür auch einen Salesforce Connector anzubieten?

Und so folgt der logische Schritt: Mit dem hier und jetzt angekündigten Connector zur Salesforce Sales Cloud können wir ab sofort alle genannten deutschen Sage Produkte (Office Line, Sage 100*, SNC (Classic Line), Sage 50 Quantum* und Wincarat) an Salesforce anbinden und Stammdaten austauschen/synchronisieren.

Dazu kommen noch weitere ERP Produkte, für die es auch SIS Schnittstellen gibt. Aktuell sind das Axapta, APplus und BIOS-2000. Weitere werden folgen.

Anfragen dazu bitte an info@sellmore.de

*Die Bezeichnungen Sage 100 und Sage 50 werden in verschiedenen Ländern für verschiedene Produkte verwendet, die absolut nichts miteinander zu tun haben. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf die in Deutschland und Österreich vertriebenen Versionen.

Performance Sage CRM

Von Zeit zu Zeit haben wir Kunden, die von Performance-Problemen mit ihrem Sage CRM System berichten. Meistens ist die Hardware, insbesondere die des Datenbankservers, zu schwach.
Nachfolgend gebe ich einige Hinweise zur Auslegung des Systems.
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5 Gründe, warum CRM Projekte scheitern

Wenn man den Publikationen glauben darf, scheitern mehr als 50% aller CRM Projekte.

Auch wir kennen Anwender, die weit vor dem Abschreibungsende die Arbeit mit ihrem System einstellen. Dazu zählen nicht nur die in der Einführungsphase abgebrochenen Projekte (die gibt es bei uns kaum), sondern auch die Fälle, bei denen z.B. nach 3 Jahren der Wartungsvertrag gekündigt wird, weil im Unternehmen unseres Kunden niemand (mehr) mit dem Produkt arbeiten möchte.

Wenn man etwas googelt, findet man die „Top Gründe“, die „3 Gründe“, „10 Gründe“…
Richtig ist: Für eine CRM Einführung sollte es strategische Ziele geben, dies sollte im Focus stehen und ja, es sollte eine Business Strategie und Management Attention vorhanden sein.

Wir haben in unserem Mittelstandsgeschäft noch einige andere empirisch belegte Erfahrungen:

1. Das Geschäftsmodell

Wenn wir uns in die Helikopter-Ansicht begeben und von oben schauen, wo CRM Projekte  bei unseren Kunden gut laufen und wo nicht, so ist ein Punkt signifikant: Wenn das Kerngeschäft in der Basis profitabel ist, dann scheint eine beständige Investition in CRM das Wachstum und die Profitabilität weiter zu fördern. Wenn das Geschäft nur eine kleine Erstinvestition zulässt, sich jedoch bei jeder Anpassung an die Prozesse die Existenzfrage stellt, dann ist die Einführung einer CRM Software von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Wir merken uns: „CRM macht aus einem schlechten Geschäft kein gutes. Es kann aber aus einem guten Geschäftsmodell ein besseres machen.“

2. Führungsstil

CRM funktioniert gut in Organisationen mit „top-down approach“: Die Führung sagt, wie es gemacht werden soll und so wird es auch umgesetzt. Der Rahmen für die Abbildung der Prozesse ist das CRM System. In eher informellen Organisationen mit viel „bottom-up“ und Team und Motivation des Einzelnen usw. ist vielleicht eine Activity Stream Produkt der Kategorie „Facebook für Firmen“ passender.

Wir merken uns: „Top down approach ist für CRM Projekte besser als informelle bottom up Strukturen. Das CRM System ist das Abbild der vorgegebenen Prozesse.“

3. Es ist Arbeit

Dies ist eine alte Weisheit: CRM ist Prozess und nicht Software. Jeder, der sich sein Seelenheil durch den Kauf (oder die Miete) einer CRM Software erträumt, wird scheitern. Eine CRM Einführung setzt eine knochentrockene Analyse und Erfassung der Prozesse plus intensive Beschäftigung mit dem System voraus. Dies ist Arbeit und die kann der Lösungs-Anbieter nicht allein machen. Und die Sache ist nach der Ersteinführung noch nicht zu Ende. Man wird immer weiter an den internen Proezessen und Arbeitsabläufen arbeiten müssen.

Wir merken uns: „CRM Einführung ist richtige Arbeit für alle Beteiligten. Die Prozessanalyse und -umsetzung kann kein Anbieter allein machen“.

4. Bindung an Mitarbeiter

Wenn der neue Vertriebsleiter unbedingt dieses eine CRM System haben will - das er bereits vom vorhergehenden Arbeitgeber kennt - dann ist unser Rat: Nicht nachgeben! Wir kennensehr viele Fälle, bei denen nach kurzer Zeit der Vertriebsleiter wieder weg war und das CRM System als halbfertige Ruine stehen blieb. Der neue Vertriebsleiter wird dann ganz sicher ein anderes System haben wollen.

Wir merken uns: „CRM Entscheidungen brauchen eine breite Basis und die volle Unterstützung der Geschäftsleitung.“

5. Zuviel haben wollen

Komplexität tötet die Motivation. Lieber mit einem schlanken Ansatz und mit motivierten Mitarbeitern in Arbeitsgruppen starten als an einem hoch komplexen System mit Schnittstellen und Abhängigkeiten in alle Richtungen ersticken. Die Komplexität kommt im Laufe der Zeit von ganz allein.

Wir merken uns: „Komplexität tötet Motivation.“

Erster Zusatz: Widerstände

Gegen die Einführung eines CRM Systems gibt es unglaublich viele Widerstände. Der Verkäufer, der sein Wissen nicht preisgeben möchte. Der Kontrolle nicht will und Steuerung ablehnt. Der IT-Mitarbeiter, für den jedes neue System eine zusätzliche Belastung ist. Der Buchhalter, der Angst um seine gepflegten Adressen hat (Integration mit ERP System). Der Innendienst, dem doch schon die Warenwirtschaft ausreicht. Der Supporter, der in einer Verknüpfung seiner Tickets mit dem Verkauf gar keinen Sinn sieht.

Die Liste lässt sich fortsetzen. Die wenigsten werden begeistert sein, auch wenn das CRM eine schöne Programmoberfläche hat oder es sich leicht bedienen lässt. Jeder muss neue Dinge lernen und seine Prozesse umstellen.

Dies muss man wissen, wenn man ein CRM System einführt. Das Management braucht Kraft und Macht, diese Widerstände und - oft auch versteckte - Blockaden zu überwinden.

Wird aus CRM -> xRM?

Neulich war in der Computerwoche in einem Artikel  von Herrn Schwetz zu lesen, dass xRM die Zukunft von CRM ist. Laut wikipedia gibt es die Idee und den Begriff schon seit 2001 (damals noch XRM mit großem "X"). Warum also jetzt über xRM reden?

Die Idee an sich ist bestechend: Wenn ich mit einem CRM System schon mal einen Server, eine Datenbank, eine von den Anwendern akzeptierte Applikationsoberfläche und Entwicklungs-Tools dafür habe, warum sollte ich nicht weitere Geschäftsprozesse damit abbilden?

Nun, wir bei sellmore machen seit 5 Jahren eigentlich nichts anderes. Wir verwenden meist Sage CRM, das recht zügig installiert und "customisiert" ist. Die meiste Zeit in unseren Projekten verwenden wir eben darauf, weitere spezielle Prozesse unserer Kunden abzubilden. Hier mal einige Beispiele für xRM aus unserer Praxis (alles mit Sage CRM realisiert):

  • Kalkulation von Produktionskosten eines Auftrages in der Kunststoffindustrie
  • Verwaltung von Urlaub der Mitarbeiter
  • Belegung von Räumen und Dozenten
  • Verwaltung von Maschinen, Verträgen und Seriennummer
  • Abrechnung von Provisionen in der Finanzbranche
  • Verwaltung von Katalog-Darstellungen (Bilder)
  • Management von Projekten bei Dienstleistern inkl. Zeiterfassung
  • Verwaltung der Buchung von Werbung in Printmedien
  • Konsolidierung einer Vertriebsstrategie aus über 20 ERP Mandanten in einem Konzern
  • Lead- und Info-Plattform für Handelsvertreter
  • Verwaltung von Werkstatt-Terminen und Aufträgen

Und dies natürlich alles immer schön in Relation zu Kunden, Interessenten und Mitarbeitern, die sowieso im CRM vorhanden sind.

Im o.g. Artikel diskutiert Herr Schwetz noch das Thema "Branchenlösung" in CRM / xRM. Wir denken auch immer über dieses Thema nach (s. hier).

Anders als Herr Schwetz kommen wir aber immer noch zum Schluss, dass Branchenlösungen für uns wenig Sinn machen. Außer vielleicht für das Marketing. Da ist es natürlich immer gut, wenn man sagen kann: "Genau für Ihre Branche habe ich da was ganz tolles". Das vermittelt Kompetenz.

Aber ist es das, was man will? Vorgefertigte Prozesse von anderen übernehmen? Genau hier setzt doch die Idee von xRM an: Ich kann mit etwas weniger Aufwand auf einer bei mir etablierten Plattform meine eigenen Prozesse abbilden und mich dadurch vielleicht vom Wettbwerb in meiner Branche abheben. Der Kombination "sellmore + Sage CRM" liefert alles, was man für xRM braucht: international ausgezeichnete Software und einen Berater, der nichts anderes tut und in diesem Bereich nach vielen Projekten eine hohe Kunstfertigkeit erreicht hat.

Ist xRM nun also die Zukunft von CRM?

Nicht für uns. Aus unserer Sicht ist es die gelebte Gegenwart.
Eine schöne neue Abkürzung und ein guter Anlass, diesen Artikel zu schreiben.